Warum die Konsole nicht schlecht ist

Immer wieder kommt von Halbumsteigern von Windows auf ein Unix das Argument, dass Linux noch nicht so toll ist weil man noch viel in der Konsole machen muss.

Das ist einerseits Quark, da eigentlich alle aktuellen Distributionen für jeden Popel eine grafische Oberfläche zum Konfigurieren bereistellen und andererseits was ist denn an der Konsole schlecht?

In der Zeit wo sich irgendwer mit der Maus nur zum Konfigurationsprogramm durchgeklickt hat (man kann ja schlecht alle Programme aufm Desktop platzieren) hat man doch schon in der Console die Datei mit Pfadvervollständigung gefunden, geöffnet, und bearbeitet.
Natürlich muss man wissen wo die Datei liegt, aber ich muss ja auch wissen wo sich das Konfigurationsprogramm befindet.
Und ob jetzt Programme > Zubehör > Systemprogramme schwieriger zu merken ist als /etc/ sei mal dahingestellt.
Und jeder wird mir wohl zustimmen das das Konfigurieren eines DNS-Servers mit ein paar Dateien wesentlich schneller erledigt ist als auf hunderten von Registerreitern die richtige Option zu suchen….

Auch verwundert es mich immer wieder, dass mit der Maus es „leichter“ sein soll.
Die Textfelder muss man so und so mit der Tastatur füllen und es gibt wohl nichts nervigeres als immer zwischen Tastatur und Maus zu wechseln.
Und ob jetzt die Textfelder in einem grauen Hintergrund eingebettet sind oder in einem schwarzen ist ja auch mal Jacke wie Hose.
Wo liegt der Vorteil der Maus?
Mit der Maus malt man doch nur mehr oder weniger eindeutige Gesten die der Computer interpretieren kann.
Quasi so wie mit dem Finger auf etwas zeigen. Wie jeder aus dem normalen Umgang mit dem Rest der Welt wissen sollte ist das erstens sehr langsam und zweitens oft nicht eindeutig.
In der Konsole kann ich mit dem Computer sprechen.
Ich schreibe, er liest.
Die Spracherkennung lassen wir mal raus da wohl jeder Mensch langsamer spricht als er schreibt.
Natürlich ist es eine künstliche Sprache die nicht gerade zur zwischenmenschlichen Kommunikation entwickelt wurde.
Trotzdem ist sie doch genauer und präziser (und damit schneller weil eindeutig) als irgendwelche Gesten.

Natürlich muss man sich auf das ganze einlassen.
Und da es wohl noch etwas dauert (obwohl es in letzter Zeit beachtliche Fortschritte gab) bis wir alle unsere Computer per Mindprogramming steuern können muss man sich mit einem von beiden Anfreunden (oder beides nutzen).

Nur diese absolute Verteufelung und „das ist aber alt“-Gelabere geht mir regelmäßig auf den Keks.
Es ist nicht nur falsch weil sie es noch nie genutzt haben es ist auch falsch weil sie nie drüber nachgedacht haben.

Aber mal nur weiter eure Gesten.
Ich tazel ebend was und hab dann mehr Freizeit.

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