Heimserverkonsolidierung mit Atom-Boards (Teil I)

In Zeiten, in denen Nettops zu massenmarkttauglichen Preisen vertrieben werden gibt es auch Atom-Boards, welche nicht nur für industrielle Embedded-Systeme vertrieben werden. Zumal die CPU auf solchen Boards genug Leistung für die meisten Home-Serveraktivitäten bereitstellt.
Auch Virtualisierungstechniken wie Xen laufen mittlerweile stabil und sind in den normalen Linuxdistributionen enthalten und lässt sich so auch „nebenbei“ betreiben.

So werden nun auch Atom-Boards dafür interessant um seine private Homeserverlandschaft zu konsolidieren. Bei Leistungsaufnahme von 5 Watt im Idle-Mode durchaus auch aus ökologischen Gründen vielleicht interessant.Ziel in diesem Netzwerk hier soll es sein

  • Die nervige Fritzbox abzulösen, da sie nun doch an immer mehr Stellen sich nicht so weit anpassen lässt wie ich dies gern hätte.
  • Dies alles lässt sich durch FLI4L lösen. Früher hatte ich schon einen entsprechenden PC als Router im Einsatz und würde dies auch gerne wieder tun (als virtuelle Maschine).
  • Außerdem soll mein dedizierter Server, der eigentlich nur als NAS arbeitet und sonst nur LAMP spielt in der DMZ verbleiben wo er jetzt auch ist, aber trotzdem nicht mehr so viel Strom verbrauchen. Auch hier bietet sich eine virtuelle Maschine (mit entsprechenden Festplatten) an.

Die abschließende Konfiguration der virtuellen Maschinen soll also wie folgt aussehen:

  • Xen als Hypervisor auf CentOS-Basis
  • 1 DOMU mit FLI4L als Routing-System
  • 1 DOMU mit CentOS als Server (LAMP, NAS)
  • ggf. 1 DOMU als Mailclient oder sonstigen Spielereien

Schön wäre daher ein Dualcore-Atombaord. Der GSE-Chipsatz ist aber nicht Dualcore-fähig. Mit dem normalen GS-Chipsatz sind die Verbrauchswerte des Systems dann wieder astronomisch. Zumal es die GS-Boards üblicherweise nur mit Realtek-Netzwerkkarten gibt.

Diverse N270-Boards mit GSE-Chipsatz sind zwar mit Intel-Netzwerkkarten verfügbar, aber dann ist es üblicherweise nur eine Netzwerkschnittstelle.
Ich benötige aber mindestens 2 Interfaces. Eine für DSL, eine für LAN (grünes Interface). Auf Gebastel mit LAN-USB-Devices habe ich unter Linux keine Lust und ein potentieller Mini-PCI(e)-Platz ist für die Netzwerkkarte reserviert. Vereinzelt haben die Atom-Boards auch eine PCI-Schnittstelle – Dort kommt aber eher eine ISDN-Karte hinein um vielleicht irgendwann ein Asterisk-System aufzusetzen.

Als Speicher für das Basissystem soll ein Flashsspeichermodul zum Einsatz kommen. Es ist schön leise ;-).
RAM wohl 2 GB bei der Anzahl der virtuellen Maschine. Als Festplatten für das NAS der Server-VM sollen es 2x 1TB sein für einen RAID-Verbund. Als RAID reicht mir hier das Linux-Software-RAID. Soviel I/O ist es dann doch nicht.

Von daher blieb als mehr oder wenig einzig bezahlbare Auswahl das MSI IM-945GSE-A über.

Womit wir auch schon beim Thema Leistung wären.
Mein letzter FLI4L-Router war ein WRAP-Board mit 3 Netzwerkschnittstellen. Prinzipiell eine coole, kleine Kiste. Nur leider transferiert sie maximal 4 MB/s von einer Netzwerkinterface zum anderen.
Etwas wenig wenn man Daten im anderen Netz hat (und weiß, dass die restliche Netzwerkinfrastruktur 11 MB/s im FTP-Moduls schafft).

Von daher sollte das Atom-Bord mir ermöglichen von einem Client auf den Server in der DMZ (Also Client -> Dom0 -> Bridge -> FLI4L-DomU -> Brdige -> Server-DomU) mit mindestens 7,5 MB/s zuzugreifen.

Wie diese Grafik von iperf zeigt ist das Netzwerk garantiert nie das Problem:

IPerf zwischen Tiwaz und Wodan
Dieser Test lief von einem Netzwerkclient aus zu der Server-DomU. Die Geschwindigkeit passt und selbst der Hypervisor hat „nur“ eine LoadAVG von 0,4 (bei erkanntem Hyperthreading, also 2 CPUs)

Nachdem nun also die Wahl getroffen ist geht es mit dem Auspacken und Installieren des Basissystems weiter.

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